03.11.2008
Trauriger Schalter
Der Hinweis “geschlossen” ist hier fast überflüssig. Die Fahrpläne von 2006 hängen noch daneben und moderiger Geruch drinkt aus der versifften Wartehalle. Der Tod riecht nach Verspätung.
Der Hinweis “geschlossen” ist hier fast überflüssig. Die Fahrpläne von 2006 hängen noch daneben und moderiger Geruch drinkt aus der versifften Wartehalle. Der Tod riecht nach Verspätung.
So ein Hufeisen macht doch gleich viel glücklicher. Langsam geht es voran mit der Unterführung. Aber schon jetzt ist es ein viel freundlicherer Eindruck den man hier hat.

Seit Samstag Abend gibt es die ersten echten Grafittis in der Unterführung. Endlich sieht man einen Fortschritt und auch die letzten Filzkritzler sollten nun merken, daß sie gegen echte Könner eine Nullnummer sind.
Letzter Großkampftag für die Unterführung. Nun sind alle Wände und Decken mit der endgültigen Farbe angestrichen. Und kaum sieht es so sauber aus wie vor hundert Jahren, da kommt zeitlich passend oben die Dampflock vorbei.
Bis Montag früh war es übrigens noch fast unbeschadet. Mal abgesehen von den üblichen Pisa-Krücken, die ihre Filzstifte austesten wollten. Aber ab heute wird zurückgesprüht!
In Anlehnung an eine Haarspraywerbung, die Unterführung hat das Wochenende anscheinend unbeschadet überstanden. Hätte ich jetzt nicht erwartet.
Entweder sind die Farben der Kids gerade alle, oder wir haben einfach Glück gehabt.
Jedenfalls kann auf die Grundierung nun ab Freitag der letzte Schliff folgen in Form einer weißen Grundierung für die echten Sprayer, die das ganze dann verhübschen werden. Momentan sieht es eher nach Nahtod-Erlebnis aus: Ein Tunnel mit dem gleißend weißen Licht am Ende.
Hier kann man schon die Mühen vom Freitag bewundern. Links alles grundiert in sauberem Weiß und rechts sowie oben noch der alte Schmodder der letzten Jahrzehnte.
Nach dem heutigen Tag war dann alles komplett grundiert. Knapp 500 Quadratmeter mit vertrackten Winkeln, Treppen und hohen Decken. Die Arme fühlen sich nun entsprechend an.
Immerhin war auch die Presse vor Ort und es gab vereinzelt Szenenapplaus von Reisenden, daß mal was gemacht würde.
Man sieht im übrigen nach so einer Aktion auch recht … gefärbt aus.
Der aktuelle Zustand der Unterführung in Friedrichsdorf. Angepasst an das typische Stationsniveau des Rhein-Main Gebietes mit einem Hauch Offenbach als Steigerung.
Man erkennt an der Jahreszahl 1997, daß es sich hier für Bahnverhältnisse um spontane Schmierereien handelt, die so kurzfristig noch nicht beseitigt werden konnten.
Nun müssen halt die Bürger der Stadt ran und den Pinsel schwingen.
Endlich kommt das ganze ins Rollen. Gestern abend war die erste Besprechung in kompletter Runde, wer wann zur freiweilligen Renovierungsaktion anrückt und wie das ganze aussehen wird. Auch die beiden Sprayer waren am Tisch und haben schon mal erste Ideen fürs Konzept gesammelt.
Bei allem Unvermögen des beteiligten Entwicklers in Bezug auf Handwerkliches, die Unterführung kann danach nur besser aussehen, soviel ist sicher.
Nach recht spontan vergangenen Jahren ist nun die Bahn mit einer Zustimmung aufgetaucht. Morgen gibt es eine erste Vorbesprechung wie die Unterführung in Friedrichsdorf renoviert wird. Was ist daran eigentlich so schwierig? Das Material stellt die Stadt, die Arbeit verrichten die Bürger und die Bahn … die mußte nur ja sagen. Na immerhin geht es nun mal einen Schritt weiter.
Hat sich schon mal jemand über das ständig eingeschaltete Deckenlicht in den S-Bahnen des RMV gewundert? Im Winter und im Tunnel mag das ja angehen, aber was soll eine komplette Innenbeleuchtung denn bitte im Sommer? Ist doch sicher ein nicht unerheblicher kW Betrag der da verpulvert wird. Dazu hat der RMV dann auch mal die DB angefragt und diese Antwort trudelte letztendlich ein:
…Die Beleuchtung im Fahrgastraum muss manuell ein- bzw. ausgeschaltet werden. Es besteht derzeit keine Handlungsanweisung für den Triebfahrzeugführer. D.h. – es ist dem Mitarbeiter selbst überlassen, ob er am Tage außerhalb des Tunnels das Licht im Fahrgastraum ausschaltet.
Also: Demnächst immer alle schön zum Fahrer gehen und fragen ob er nicht mal das Licht ausmachen könne.
2010© Kai Kretschmann